
Im Februar besuchten wir den Bunker Ladeburg.
Viele Informationen über das Objekt findet man auf der
Internetseite https://bunker-ladeburg.de/geschichte_des_bunkers/:
„Der Bunker wurde als Schutzbauwerk für den Gefechtsstand der 41. Flugabwehrraketenbrigade des Kommandos Luftstreitkräfte/Luftverteidigung der Nationalen Volksarmee [der DDR] errichtet. Diese
hatte die Aufgabe, den Luftraum um Berlin zu verteidigen…“
Die Anlage befindet sich auf dem Gelände eines Tierschutzvereins. Es ist dem Engagement einiger der Mitglieder zu verdanken, dass hier sozusagen ein „Geheimtipp“ zur
NVA und DDR Geschichte zu besichtigen ist.
Eigentlich war der Bunker bereits zum einem großen Teil von seiner Technik gesäubert und sollte gesprengt werden. In Jahrzehnte andauernder Arbeit wurden originale oder funktional ähnliche Anlagen wiederbeschafft und eingebaut. Sie vermitteln so einen authentischen Eindruck aus den achtziger Jahren, in denen der Bunker als einer der modernsten in der DDR errichtet wurde.
Fotos: Wolfgang Hahn, Renate Lau, Uta Schott (3x und Textfoto), Reinahrd Musold

Fotos: Reinahrd Musold (oben), Wolfgang Hahn (2), Reinahrd Musold (2), Verena Hanschmann (2)
Neben den offensichtlich notwendigen Systemen des Bunkers wie die Klimatechnik oder den Leitstand zur Überwachung der Flugbewegungen findet man eine breite Palette von Geräten, welche fast ausschließlich in DDR Betrieben produziert wurden: aus dem VEB Funkwerk Köpenick Sendeanlagen unterschiedlicher Frequenz und Leistungsbereiche, RFT lieferte Fernsprech- und Vermittlungstechnik, Rechner von Robotron, Fernschreiber usw.
Fotos: Wolfgang Hahn, Uta Schott, Verena Hanschmann
Im Wohn- und Aufenthaltsbereich finden sich beispielweise Kosmetikartikel, Reinigungsmittel oder Lebensmittel aus der damaligen Zeit. Gerade hier spürt man die Sammelleidenschaft der Betreiber, die nicht nur militärische Ausrüstungen, Ausbildungsmaterialien oder Uniformen und Ehrenabzeichen aufbewahren.
Fotos: Renate Lau (3), Verena Hanschmann, Wolfgang Hahn, Reinhard Musold, Uta Schott
Wieder aufgetaucht aus der Zeitkapsel drängt sich die Beziehung zur Gegenwart auf. Beim aktuellen Stand der Globalisierung verwundert es schon, dass ein so kleines Land wie die DDR erstaunlich autark in der Herstellung verschiedenster Güter sein konnte. Und dann ist da noch das Gefühl, dass die ganze Bundesrepublik auf dem Weg in ein Industriemuseum sein könnte, wenn sich aktuelle Tendenzen fortsetzen.
Text: Wolfgang Hahn
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